Wer günstige elektrische Spielwaren von asiatischen Billigplattformen ins Osternest legt, verschenkt unter Umständen eine Gefahr mit. Aktuelle Tests zeigen, dass über 80 Prozent der Spielwaren von asiatischen Billigplattformen Schadstoffe enthalten oder Sicherheitsmängel aufweisen. Der Spielwaren Verband Schweiz (SVS) und SENS eRecycling mahnen deshalb zur Vorsicht. Denn der Billig-Boom schadet nicht nur den Kindern, sondern verunmöglicht auch ein nachhaltiges Recycling.
Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer kaufen ihre Elektrogeräte über Billigplattformen wie Temu, Aliexpress oder Shein. Laut Schätzungen konnte Temu 2025 in der Schweiz nochmals zulegen und hat die Umsatzmarke von einer Milliarde Franken übertroffen[1]. Zeitgleich vermeldet der Safety-Gate-Bericht[2] der EU einen neuen Rekord an Warnungen zu gefährlichen Produkten von asiatischen Anbietern. Besonders Spielwaren standen im Fokus. Sie machten 16 % aller Meldungen aus – oft wegen verbotener Weichmacher wie Phthalate, die als gesundheitsschädlich gelten, aber auch wegen loser Kleinteile, die das Erstickungsrisiko erhöhen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, da sie Spielzeug häufig in den Mund nehmen. Deshalb gelten für Baby‑ und Kinderspielzeug in der Schweiz und der EU besonders strenge Sicherheitsstandards.
86% der getesteten Spielwaren fallen durch
Bei Testkäufen des europäischen Dachverbands der Spielwarenindustrie, Toy Industrie of Europe (TIE) im Jahr 2024, erfüllten jedoch 86% der Spielzeuge aus Drittstaaten, die online gekauft wurden, die EU-Sicherheitsstandards nicht[3]. «Daran hat sich bis heute nichts geändert», weiss der Präsident des Spielwaren Verbands Schweiz, Hans-Christian von der Crone. Er empfiehlt deshalb Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten, beim Kauf von Spielwaren auf bekannte Marken und unabhängige Gütesiegel zu setzen. Orientierung für verunsicherte Eltern bietet das Toy Directory auf der Website des Spielwarenverbands: Dort sind alle in der Schweiz vertretenen Spielwarenmarken sowie deren offiziellen Generalvertretungen, Händler und Distributoren aufgeführt: Marken – Spielwarenverband Schweiz SVS
Kurze Nutzungsdauer belastet Umwelt und Kreislaufwirtschaft
Pasqual Zopp, Geschäftsführer von SENS eRecycling macht noch ein weiterer Punkt der Billigware aus Asien Kopfzerbrechen: «Die günstigen Preise verlocken zu Impulskäufen. Man macht sich kaum Gedanken über deren Nutzen, also ob ein solches Elektrogerät überhaupt benötigt wird. Die Folge: Das Gerät liegt ungenutzt herum. Das verbraucht unnötige Ressourcen.» Durch die Minderwertige Qualität der ElektroÂgeräte sind zudem Defekte durchaus schneller und häufiger möglich. «Ohne entsprechende AnsprechÂpartner für Garantieleistungen oder passende Reparaturmöglichkeiten wird aus dem schnell gekauften Elektrogerät genauso schnell Abfall», ergänzt Pasqual Zopp. «Wem also die Umwelt am Herzen liegt und die Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken will, der kauft seine Spielwaren bei Schweizer (Online-)HändÂlern», macht Pasqual Zopp klar. Im Gegensatz zu vielen asiatischen Billiganbietern übernehmen diese Hersteller auch Verantwortung gegenüber der Umwelt: Sie zahlen den vorgezogenen Recyclingbeitrag (vRB) und sichern damit auch langfristig das fachgerechte Recycling der Elektrogeräte. «Zudem werden Schweizer Unternehmen regelmässig von unabhängigen Stellen geprüft, womit auch die Produktsicherheit gewährleistet ist», ergänzt Pasqual Zopp.
Die wichtigsten Tipps für Kauf und Recycling von elektrischen Spielwaren
- Bekannte Marken oder Spielwaren mit unabhängigem Gütesiegel bevorzugen, die für geprüfte Qualität stehen (z. B. CE-Kennzeichen, Ökostandard, TÜV).
- Langlebige, reparierbare Spielwaren wählen, wie sie in Leitfäden für nachhaltiges Spielzeug empfohlen werden.
- Fachgerechte Entsorgung von defekten oder ausgedienten elektronischen Spielwaren über die offiziellen SENS-Sammelstellen, um wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen und Schadstoffe sicher zu entfernen: Sammelstellen finden
- Wer unsicher ist, ob es sich bei seinem Spielzeug um ein elektronisches Gerät handelt, dem hilft die 5-Punkte-Checkliste von SENS eRecycling, die in einfachen Schritten erklärt, an welchen Merkmalen elektronische Spielwaren erkannt werden. So ist beispielsweise alles, was blinkt, Töne macht oder sich bewegt ein elektronisches Spielzeug. Auch Kabel, Ladegeräte, Akkus oder Batterien sind klare Merkmale dafür, dass es sich bei dem Gegenstand um ein Elektrogerät handelt.
In der Schweiz können elektronische Spielwaren an folgenden Orten entsorgt werden:
- Kostenlos an 630 SENS-Sammelstellen in der ganzen Schweiz.
- Kostenlos bei allen Händlern, die elektrische oder elektronische Spielwaren verkaufen – egal, wo die Spielwaren ursprünglich gekauft wurden.
- Mit dem Electro Recycling Bag: Dieser ist besonders praktisch für kleinere Geräte. Er bietet Platz für bis zu 10 Kilogramm und kann für CHF 5.– direkt bei SENS eRecycling bestellt werden. Ist der Sack voll, kann er bequem im Briefkasten deponiert werden. Dort holt ihn die Post gratis ab.
Kontakt
Für weitere Informationen, Interviewanfragen und Auskünfte wenden Sie sich bitte an
Nando Erne, SENS eRecycling, Obstgartenstrasse 28, 8006 Zürich
T: +41 43 255 20 05, nando.erne@sens.ch, www.eRecycling.ch
Als Expertin für die nachhaltige Wiederverwertung von ausgedienten Elektro- und Elektronikgeräten in und um das Haus, Leuchtmitteln und Leuchten, Photovoltaik-Systemen, Wärmepumpen, E-Zigaretten sowie Fahrzeug- und Industriebatterien trägt die Stiftung SENS seit 1990 entscheidend dazu bei, zukunftsweisende Massstäbe im eRecycling zu setzen. Sie schont Ressourcen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Die im SENS-Rücknahmesystem erbrachten Leistungen werden über einen marktkonformen vorgezogenen Recyclingbeitrag (vRB) finanziert.
SENS eRecycling ist Mitglied bei Swiss Recycle, dem Schweizer Kompetenzzentrum für Recycling und Kreislaufwirtschaft sowie dem WEEE Forum, dem weltweiten Kompetenzzentrum für Elektroschrott, und bei Pronexa, der One-Stop-Shop-Lösung für die Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) in Europa.









