Mittwoch, Mai 27

Die IT-Landschaft ist geprägt von steigender Cloud-Komplexität, Automatisierung und dem zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz. Hier reichen breit aufgestellte Kompetenzen von IT-Dienstleistern nicht mehr aus. Gefragt sind klar definierte Spezialisierungen – insbesondere im Microsoft-Ökosystem, in dem Zertifizierungen als zentraler Qualitäts- und Wettbewerbsnachweis gelten. Sie eröffnen Zugang zu Förderprogrammen, Co-Selling-Initiativen und einer besseren Sichtbarkeit bei Kunden.

Der Weg dorthin ist jedoch anspruchsvoll: Umfangreiche Nachweise, hohe formale Anforderungen und komplexe Audits stellen viele Partner vor Hürden. Wie der IT-Dienstleister Dataciders diese erfolgreich überwunden und mehrere Microsoft-Zertifizierungen in kurzer Zeit erreicht hat, zeigt dieses Praxisbeispiel.

Ein Unternehmen auf Wachstumskurs

Dataciders zählt zu den etablierten Dienstleistern für Data‑ und AI‑Lösungen im deutschsprachigen Raum. Rund 1.000 Expertinnen und Experten arbeiten an zwölf Standorten für mehr als 100 Enterprise‑Kunden, darunter zahlreiche Unternehmen aus den Top‑50‑Segmenten.

Um die eigene Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern und die technologische Führungsrolle im Markt weiter auszubauen, hat Dataciders seine Wachstumsstrategie im Jahr 2024 neu ausgerichtet. Ein zentraler Bestandteil ist der gezielte Ausbau des Microsoft‑Geschäfts. „Wir sehen das Microsoft‑Ökosystem als einen zentralen Treiber der digitalen Transformation. Mit dem gezielten Ausbau unserer Aktivitäten ermöglichen wir skalierbare, datengetriebene Innovationen bei unseren Kunden“, erklärt Dr. Gero Presser, CEO von Dataciders.

Im ersten Schritt entschied sich Dataciders für die Microsoft‑Spezialisierungen Analytics on Azure und AI on Azure, da beide unmittelbar an die fachlichen Schwerpunkte des Unternehmens anknüpfen. Dataciders realisiert seit Jahren komplexe Analytics- und KI-Projekte, betreibt spezialisierte Teams für Microsoft Fabric, Databricks sowie AI‑Foundry‑Themen und konnte bereits zahlreiche Praxisreferenzen vorweisen, die einen Großteil der Microsoft‑Anforderungen erfüllten.

Die Herausforderung: Kompetenz nachweisen und strukturiert belegen

Für die angestrebten Microsoft‑Spezialisierungen muss jeweils ein umfangreiches Audit abgelegt werden. Dieses prüft, ob ein Partner reale Kundenprojekte technisch sauber, sicher und gemäß Microsoft‑Best‑Practices umgesetzt hat. Die zentrale Herausforderung ergab sich aus der organisatorischen Struktur von Dataciders: Zur Gruppe gehören zehn Gesellschaften in Deutschland sowie weitere Einheiten in Österreich und Bulgarien, jeweils mit eigenen Arbeitsweisen, Dokumentationsstrukturen und Projektreferenzen. Die fachliche Kompetenz war umfassend vorhanden, jedoch nicht durchgängig in einheitlichen Prozessen abgebildet, um die vorhandene Stärke im Audit transparent, vergleichbar und prüfbar darzustellen.

Der entscheidende Schritt: ADN als Struktur- und Auditpartner

Um diese Herausforderungen strukturiert und effizient anzugehen, zog Dataciders den Value Added Distributor ADN hinzu. Das in Bochum ansässige Unternehmen begleitet Microsoft Partner mit dem Programm How to Specialize durch den gesamten Auditprozess – von der Einordnung der Anforderungen bis zur gezielten Vorbereitung auf die Prüfung.

ADN kombiniert strategische Beratung mit einem klar definierten Vorgehensmodell aus zwei Bausteinen: einer strategischen Cloud Foundation zur Ausrichtung und Planung sowie einem praxisorientierten Modul, in dem konkrete Kundenprojekte entlang aller relevanten Implementierungsphasen nachgewiesen werden.

In der Zusammenarbeit mit Dataciders übernahm ADN mehrere zentrale Funktionen: die Übersetzung der Microsoft-Rahmenbedingungen, das inhaltliche und organisatorische Coaching sowie die Rolle einer unabhängigen Prüfinstanz im Rahmen eines Pre-Audits.

„ADN hat uns dabei unterstützt, unsere fachliche Kompetenz konsequent in die Struktur und Terminologie von Microsoft zu überführen“, erläutert Markus Kottwitz, Partner Manager Microsoft bei Dataciders. „Dieses Coaching war ein wesentlicher Faktor, um die Spezialisierungen in der geforderten Qualität zu erreichen.“

Damian Bieniek, Cloud & Partner Solution Architect bei ADN, kommentiert die Zusammenarbeit: „Dataciders ist äußerst strukturiert vorgegangen. Das Engagement, die Zielklarheit und die Konsequenz im Umsetzungsprozess waren bemerkenswert.“

Die Umsetzung: Koordiniertes Projekt über mehrere Standorte hinweg

Über mehrere Wochen arbeiteten Teams aus dem Competence Center Data & Process sowie der unternehmensweiten Microsoft‑Initiative von Dataciders eng zusammen. Rund 20 Mitarbeitende aus Berlin, Dortmund, München und Nürnberg waren in die (Pre‑)Audit‑Phase eingebunden. Sie lieferten technische, organisatorische und dokumentarische Beiträge zur Erstellung der geforderten Evidenzen.

Für das Audit mussten projektbezogene Nachweise für beide angestrebten Spezialisierungen erbracht werden. Bei Analytics on Azure umfasst dies zum Beispiel den Nachweis realer Analytics‑Implementierungen. Dataciders bereitete dafür drei Analyseplattformen auf Basis von Microsoft Fabric und Databricks auf, die von der Konzeption über Entwicklung und Deployment bis zur Übergabe an den Kunden reichen. Für AI on Azure verlangt Microsoft zudem den Nachweis konkreter KI‑Projekte, die den vollständigen Implementierungsprozess abbilden. Dataciders stellte hierfür mehrere Beispiele vor, darunter die Entwicklung eines Chatbots, ein System zur automatisierten Dokumentenerkennung im Legal‑Bereich sowie ein Validierungsmodell für Bildmaterial in psychologischen Tests. Ergänzt wurden diese Nachweise durch zwei Projekte, in denen On‑Premise‑Systeme schrittweise in moderne Azure‑Architekturen migriert wurden.

Ein Schlüsselmoment in der Vorbereitung war das Pre‑Audit mit ADN. Die Experten stellten bewusst kritische Fragen, simulierten realistische Situationen und forderten das Team heraus. Mit Erfolg: Dataciders bestand beide Audits ohne eine einzige Beanstandung. Außerdem bescheinigte das Prüferteam dem IT-Dienstleister eines der beststrukturierten Audits.

Der Effekt: Höhere Sichtbarkeit, beschleunigtes Wachstum, geschärftes Profil

Mit dem Erreichen der Microsoft‑Spezialisierungen hat Dataciders den nächsten Reifegrad im Microsoft‑Ökosystem erreicht und wurde zusätzlich als Microsoft Fabric Featured Partner ausgezeichnet. Diesen Status tragen in Deutschland derzeit nur rund 30 Unternehmen. Darüber hinaus eröffnen die Spezialisierungen Zugang zu Microsoft‑Funding‑Programmen mit einem Fördervolumen von bis zu 75.000 US‑Dollar pro Kunde. Leistungen wie Workshops, Discovery‑Phasen und technische Proofs lassen sich damit vollständig finanzieren und senken auf Kundenseite die Einstiegshürden für neue Projekte.

„Wir beobachten bereits heute, dass unser Microsoft‑Geschäft deutlich an Dynamik gewonnen hat. Der Anteil am Gesamtumsatz liegt aktuell bei rund 25 Prozent – mit klar steigender Tendenz. Die zusätzliche Sichtbarkeit und die Funding‑Programme ermöglichen den Zugang zu Projekten und Kunden, die zuvor so nicht erreichbar waren“, sagt Kottwitz.

Intern führte die Spezialisierung zu einer neuen Prozessklarheit: Projektvorgehen, Übergaben zwischen Teams und die Form der Dokumentation wurden vereinheitlicht und professionalisiert. Die Organisation hat damit eine dauerhafte Grundlage geschaffen, um alle künftigen Nachweise souverän zu erbringen.

Ausblick: Ausbau der Microsoft‑Strategie und Partnerschaft

Dataciders plant, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Weitere Microsoft-Spezialisierungen sind bereits in Vorbereitung. Parallel baut das Unternehmen seine Rolle als „Frontier-Firma“ aus – also als Organisation, die nicht nur Microsoft-Technologien implementiert, sondern sie im eigenen Betrieb umfassend nutzt.

Die Partnerschaft mit ADN bleibt dabei ein zentraler Baustein. Dataciders verlagert sein Lizenzgeschäft zunehmend zu ADN und möchte gemeinsam mit dem Distributor im CSP-Bereich weitere Wachstumssprünge erzielen.

Ergebnisüberblick

  • Erfolgreicher Abschluss von zwei Microsoft‑Spezialisierungen
  • Ernennung zu einem von rund 30 Microsoft Fabric Featured Partnern in Deutschland
  • Zugang zu Microsoft‑Funding‑Programmen mit bis zu 75.000 US‑Dollar pro Kunde
  • Vereinheitlichung und Professionalisierung zentraler Prozesse über alle Gesellschaften hinweg
  • Ausbau des Microsoft‑bezogenen Geschäfts auf rund 25 Prozent Umsatzanteil, mit weiter steigender Tendenz

 

„Für uns war die Zusammenarbeit mit ADN ein echter Gewinn. Wir haben nicht nur die Spezialisierungen erreicht, sondern auch unsere interne Arbeitsweise weiter professionalisiert und unser Microsoft‑Geschäft klar vorangebracht. Das schafft Vertrauen und macht Lust auf eine langjährige Partnerschaft“, so Kottwitz.

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